Chance: Riester-Fondssparpläne
Doch bei den Fonds-Angeboten gibt es mehr Schatten als Licht. Die Stiftung Warentest kann nur wenige davon empfehlen.
Zunächst muss man unterscheiden zwischen Riester-Fondssparplänen und Riester-Versicherungen mit Fondsbeteiligung. Von den Versicherungen rät Finanztest ab. Die Kosten sind dort meist viel zu hoch. Einige Versicherer, etwa die Aachener-Münchener oder der Deutsche Ring, verlangen fast zwölf Prozent von jedem eingehenden Beitrag. Für Finanztest “der reine Selbstbedienungsladen”.
Die einzigen akzeptablen Angebote seien die von PBV und Cosmos Direkt. Doch selbst die schneiden gegenüber Fondssparplänen schlecht ab, die durchwegs günstiger sind.
Und welche Sparpläne sind die besten? Wieder gilt es zu unterscheiden, nämlich zwischen dynamischen und statischen Angeboten. Bei den dynamischen werden, je nach Börsenlage, bis zu 100 Prozent der Spareinlagen in Aktienfonds gesteckt. Geht es an der Börse abwärts, wird das Geld in Sicherheit gebracht.
Bei den statischen Angeboten legt man im Voraus fest, welcher Teil des Geldes in Sicherungsfonds und welcher in Aktienfonds angelegt werden soll. Dadurch sinken die Risiken, aber auch die Gewinnchancen.
Finanztest empfiehlt deshalb die dynamische Variante. Mit ihr kann man flexibel auf Kursschwankungen an der Börse reagieren und optimal profitieren – was ja der Sinn eines Fonds-Riesters ist. Wer vor allem Wert auf Sicherheit legt, sollte lieber gleich einen Riester-Banksparplan abschließen und die Finger ganz von Fonds-Angeboten lassen.
Für alle, denen es besonders um Renditechancen geht und die deshalb auf Aktien setzen wollen, empfiehlt Finanztest die Uni-Profirente von Union Investment. Oder die Toprente Dynamik der DWS, bei der Fondsmanager entscheiden, wann Geld in Aktienfonds fließt. Bei einfachen dynamischen Fondssparplänen steuert ein Computer den Geldfluss – auf Grundlage der Börsenkurse.
Grundsätzlich gilt: Riestern mit Fonds lohnt sich nur für junge Menschen, möglichst unter vierzig Jahren. Sie haben die besten Chancen auf eine hohe Rendite, weil sie genug Zeit haben, Talfahrten der Börse “auszusitzen”.
Die Stiftung Warentest warnt Riester-Sparer vor “Verkäufer-tricks”: Anbieter verkauften gerne Versicherungen, weil sie dafür höhere Provisionen bekämen als für Fondssparpläne. Berater würden daher oft die vermeintlichen Vorzüge der Versicherungen anpreisen, obwohl sie im Vergleich zu Fondssparplänen kaum welche böten. Vorteil der Versicherungen ist nur die Auswahl der Fonds, in denen Geld angelegt wird. Wer darauf Wert legt, muss eine Versicherung wählen. Bei Fondssparplänen entscheidet der Anbieter, in welche Fonds Geld fließt.
Für Anleger, die fondsgebundene Riester-Versicherungen abgeschlossen haben, ohne dies zu wollen oder zu wissen, gibt es einen Tipp. Sie sollten ihren Vertrag beitragsfrei stellen, also nicht weiter einzahlen, und einen zweiten Riester-Vertrag abschließen. Das Recht dazu garantiert ein Gesetz.
Auf keinen Fall sollte man den Riester-Fondsvertrag kündigen und sich sein Geld auszahlen lassen. Denn die meisten Guthaben dürften aktuell niedriger sein als die Summe der eingezahlten Beiträge. Grund: Die hohen Anfangskosten der Verträge und die Einbrüche an den Börsen im Zuge der Krise. Fazit der Finanztester: “Wer jetzt nicht weiterzahlt, zwingt den Versicherer, das Minus bis zur Rente auszugleichen.”
Quelle: fr-online.de
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