Beitragserhöhungen bei Privaten Krankenversicherungen
Während die Mitglieder von AOK, Barmer, Techniker & Co. jedenfalls vorerst keine Zusatzbeiträge bezahlen müssen, hat viele Privatversicherte schon vor Wochen eine schlechte Nachricht erreicht: Sie müssen mehr für ihren Versicherungsschutz bezahlen.
Einen Überblick über die Steigerungen bei den knapp 50 Unternehmen der Privat-Assekuranz hat der Verband der privaten Krankenversicherung (PKV) zwar nicht. Klar ist aber, dass das Plus bei vielen Versicherern im Schnitt fünf bis acht Prozent ausmacht. In einzelnen Tarifen ergibt sich gar eine Steigerung von 20 Prozent.
Auch die Debeka, die viele Beamte versichert, erhebt zum Jahreswechsel höhere Prämien. Von den neun Millionen Bürgern, die privat versichert sind, dürften die meisten tiefer in die Tasche greifen müssen.
Der Anstieg, der vor allem auf Ausgabensteigerungen bei Kosten der ambulanten Versorgung zurückgeht, bringt die PKV in Verlegenheit. Zwar nimmt sie erfreut zur Kenntnis, dass die schwarz-gelbe Koalition ihr ein Zugeständnis macht: Für gut verdienende Angestellte wird es gemäß Koalitionsvertrag künftig schneller möglich sein, in die PKV zu wechseln. Auch hilft der PKV, dass die Bürger ab 2010 die Beiträge für den Krankenversicherungsschutz stärker von der Steuer absetzen können.
Das ändert nichts am Grundproblem der Branche. Sie kann nicht mit den niedergelassenen Ärzten über Mengen und Preise verhandeln. Die Folge: In den vergangenen zehn Jahren hat es im Durchschnitt jährliche Kostensteigerungen zwischen sechs und sieben Prozent gegeben, sagt der Direktor des PKV-Verbands, Volker Leienbach. “Dieser Trend muss gebrochen werden.”
Ob Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) der PKV dafür die Handhabe gibt, ist offen. Würde er dem Wunsch der PKV folgen und bestimmen, dass die Branche von der Gebührenordnung für Ärzte und Zahnärzte abweichen darf, hätte Rösler zwar die Finanzbasis der privaten Versicherer stabilisiert. Zugleich wäre aber die niedergelassene Ärzteschaft verärgert. Diese Gruppe, die nach einer Umfrage der Ärzte-Zeitung bei der Bundestagswahl fast zu 60 Prozent FDP gewählt hat, will nicht, dass die PKV ärztliche Leistungen geringer vergütet. Die Honorierung seitens der PKV soll weiter deutlich über dem Niveau dessen bleiben, das die gesetzlichen Kassen bezahlen.
Quelle: Badische Zeitung
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